
Förderung und Einkommensgrenze für die 24-Stunden-Betreuung erhöhen!
Große Organisationen erhöhen Druck auf die Pflegepolitik und bestätigen, wofür sich GUTBETREUT.AT seit Jahren einsetzt.
„Es tut gut, wenn ‚big players‘ der Pflegebranche Anliegen aufgreifen, für die wir uns selbst seit Jahren einsetzen. Ich bin dem Hilfswerk, der Caritas und Malteser Care dankbar, dass sie auf die Schieflagen bei der 24-Stunden-Betreuung in Österreich hingewiesen haben“, sagt Margit Hermentin, Gründerin und Geschäftsführerin der Korneuburger Pflege- und Betreuungsagentur GUTBETREUT.AT.
Am 17. Februar 2026 haben die erwähnten Organisationen mit großem Echo aufgezeigt, dass der Stillstand in der Pflegepolitik zu viele Menschen gegen ihren Willen und ohne medizinische Not in die volkswirtschaftlich sehr teure Heimpflege drängt. Auch weil die monatliche Förderung von 800 Euro viel zu niedrig ist, um die Leistbarkeit der 24-Stunden-Betreuung für Familien mit geringen Einkommen zu gewährleisten. Aber auch für Besserverdienende wird es immer schwieriger, die Kosten zu stemmen. Denn wer mehr als 2.500 Euro Einkommen hat, dessen Anspruch auf die Förderung schrumpft, ab 3.050 Euro Einkommen ist er ganz weg.
Hier vier Medienfundstücke, die den Sachverhalt gut erläutern: Kurier | ORF | Kronen Zeitung | NÖN
„Um Missverständnisse zu vermeiden: Wir sind nicht gegen die Heimpflege, aber sie soll vor allem denen zugutekommen, die sie wirklich brauchen. Aber das derzeitige Fördersystem nimmt den Menschen ihre Wahlfreiheit und treibt sie förmlich in stationäre Einrichtungen“, so Margit Hermentin.
Betreuung zu Hause fördern heißt Geld sparen
Margit Hermentin: „Wir teilen die Forderungen von Hilfswerk, Caritas und Malteser Care. Die Förderung der 24-Stunden-Betreuung muss von 800 auf 1.600 Euro pro Monat verdoppelt und jährlich wertangepasst werden. Und die Einkommensgrenze für den Förderanspruch muss von 2.500 auf 4.055 Euro monatlich erhöht und ebenfalls jährlich wertberichtigt werden.“
Ein Vergleich der aktuellen öffentlichen Ausgaben für unterschiedliche Pflegformen verdeutlicht, wie volkswirtschaftlich fahrlässig die Schlechterstellung der 24-Stunden-Betreuung ist. Die jährlichen Nettoausgaben der öffentlichen Hand betragen für eine pflegebedürftige Person im Pflegeheim im Schnitt ca. 39.000 Euro, in der 24-Stunden-Betreuung knapp 10.000 Euro. Das bedeutet, höhere Förderungen und Einkommensgrenzen würden nicht nur die teure stationäre Pflege, sondern auch die öffentlichen Haushalte entlasten. Faire Honorare für die Betreuungskräfte wären dann der Regelfall.
Mehr Qualität
Am 20. Februar hat Sozialministerin Korinna Schumann Vertreter aus Bund, Ländern und Gemeinden zu einer Tagung der so genannten Pflegeentwicklungskommission geladen. „Dort wurde leider wenig über die Förderung der 24-Stunden-Betreuung geredet“, beklagt Margit Hermentin. Immerhin sei der Ausbau der Betreuungsqualität in den Raum gestellt worden.
In diesem Zusammenhang begrüßt Hermentin, eine Offensive des Österreichischen Qualitätszertifikats für Agenturen in der 24-Stunden-Betreuung (ÖQZ-24), das auch GUTBETREUT.AT verliehen wurde. „Ingrid Korosec und Birgit Gerstorfer, zwei führende Mitglieder des Österreichischen Seniorenrats, stärken seit Kurzem die Unabhängigkeit des ÖQZ-24-Vorstands. „Der Wert des Zertifikats ist umso größer, je unabhängiger die Zertifizierungsverfahren über die Bühne gehen.“


